Rohstoffe sind die ältesten Handelsgüter der Menschheit und bilden die Grundlage jeder Volkswirtschaft. Als Anlageklasse bieten sie besondere Eigenschaften: Sie sind real, knapp und oft unabhängig von den Entwicklungen an den Aktien- und Anleihemärkten.

Entwicklung der Rohstoffe als Anlageklassen

Bereits in der Antike wurden Metalle und Getreide gehandelt. Die modernen Rohstoffmärkte entstanden hingegen erst im 19. Jahrhundert mit der Industrialisierung, als die Nachfrage nach Kohle, Eisen und später Öl explosionsartig anstieg.

Die wichtigsten Entwicklungsphasen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
In den 1970er Jahren machten die Ölkrisen Rohstoffe als Investment populär. Danach folgte zwischen 2000 und 2008 ein Superzyklus, der durch die enorme Nachfrage aus China ausgelöst wurde. Später, im Jahr 2022, rückte die Energiekrise durch geopolitische Spannungen Rohstoffe wieder ins Zentrum. Schließlich etablierten sich Rohstoffe zwischen 2023 und 2026 zunehmend als Inflationsschutz im neuen Zinsumfeld.

Die wichtigsten Rohstoffkategorien

Rohstoffe werden in drei Hauptkategorien unterteilt:

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Kernmerkmale von Rohstoffinvestments

Rohstoffe zeichnen sich durch folgende Kernmerkmale aus:

  • Realer Inflationsschutz: Denn Rohstoffpreise steigen typischerweise mit der Inflation.

  • Geringe Korrelation: Das bedeutet, dass sich Rohstoffe oft unabhängig von Aktien und Anleihen entwickeln.

  • Physische Knappheit: So gibt es begrenzte Vorkommen bei Metallen sowie begrenzte Anbauflächen bei Agrarrohstoffen.

  • Globaler Handel: Hierbei werden weltweit standardisierte Qualitäten und Preise ermöglicht.

Anlagemöglichkeiten bei Rohstoffen

Grundsätzlich unterscheidet man drei Kategorien:
Zum einen physische Investitionen wie Goldbarren, Goldmünzen, Silber in Barrenform oder Sammlermünzen.
Zum anderen Wertpapiere, also Rohstoff-ETCs, Aktien von Rohstoffunternehmen (Bergbau, Ölkonzerne, Agrar-Konzerne) sowie Rohstofffonds und Zertifikate.
Und schließlich Terminkontrakte, nämlich Futures an Rohstoffbörsen. Diese sind jedoch für Privatanleger eher ungeeignet – und zwar wegen der hohen Komplexität und der Hebelwirkungen.

Risiken und Herausforderungen

Wer in Rohstoffe investiert, sollte folgende Risiken kennen:
Erstens die hohe Volatilität, denn besonders Energie und Agrar können extrem schwanken.
Zweitens die Lagerkosten, die bei physischer Anschaffung für die sichere Verwahrung anfallen.
Drittens Terminkontrakte, die komplex und riskant sind, da sie professionelles Know-how erfordern.
Viertens gibt es keine laufenden Erträge – im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen zahlen Rohstoffe keine Dividenden oder Zinsen.
Und fünftens Wetter- und politische Risiken: Während bei Agrarrohstoffen Ernteausfälle eine Rolle spielen, sind es bei Öl eher geopolitische Spannungen.

Rohstoffe im aktuellen Marktumfeld

Für 2026 zeichnet sich ein differenziertes Bild ab. Einerseits bleiben geopolitische Unsicherheiten und Konjunktursorgen bestehen, was die Nachfrage nach sicheren Rohstoffen wie Gold stützen könnte. Andererseits könnten Konjunkturabkühlungen die Nachfrage nach Industrierohstoffen wie Kupfer dämpfen.

Besonders interessant sind Rohstoffe in Zeiten erhöhter Inflation, da sie ihren Wert real oft besser halten als nominale Anlagen wie Anleihen.

Für wen eignen sich Rohstoffinvestments?

Erstens für Anleger mit Inflationssorgen, denn Rohstoffe schützen vor Geldentwertung.
Zweitens zur Diversifikation des Portfolios – und zwar als Beimischung von 5–15 %, da sie sich oft unabhängig von Aktien entwickeln.
Drittens für langfristig orientierte Investoren, die Verständnis für die markteigenen Zyklen mitbringen.
Und viertens als Hedge gegen geopolitische Risiken, weil sie in Krisenzeiten oft gefragt sind.

Fazit: Rohstoffe als strategische Beimischung

Rohstoffe sind keine „Buy-and-Forget“-Anlage wie breite Aktien-ETFs. Sie erfordern ein Verständnis der spezifischen Märkte und ihrer Treiber. Richtig eingesetzt, können sie jedoch wertvolle Dienste im Portfolio leisten: als Inflationsschutz, als Diversifikator und als Absicherung gegen geopolitische Risiken. Für die meisten Anleger dürfte der Weg über breit gestreute Rohstoff-ETCs oder Aktien von Rohstoffunternehmen der praktikabelste sein.

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