Statt den prognostizierten Gewinnen bescherten Beteiligungen an Immobilien, Schiffen, Umwelt- oder Medienfonds Anlegern oftmals Verluste. Zahlreiche Banken und Sparkassen vertrieben die Beteiligungen en masse. Nach der Finanzkrise haben sich zahlreiche Beteiligungen mittlerweile kurstechnisch wieder erholt. Am sogenannten Zweitmarkt findet ein reger Handel für diese Anlageformen statt. Besitzer von geschlossenen Beteiligungen sollten prüfen, ob sich eventuell gedanklich schon abgeschriebene Investments nicht doch noch zu Geld machen lassen oder sich die Verluste zumindest reduzieren lassen. 

Geschlossene Beteiligungen waren beliebte Anlageform

Vor allem in den Jahren 2000 bis 2010 schossen Beteiligungen wie Pilze aus dem Boden. Anleger beteiligen sich an Unternehmen, denen Bürotürme, Containerschiffe, Windräder, Flugzeuge, Solarparks und vieles mehr gehörten und kassieren dafür ordentlich Geld. In den Prognosen stellten die Anbieter Renditen von bis zu 10 Prozent pro Jahr in Aussicht. Das kam bei den Anlegern, meist Privatpersonen, gut an. Frei nach dem Motto „Gier frisst Hirn“. So wurden in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Milliarden Euro in Sachwerte investiert. Für Emissionshäuser und Vertriebe war dies ein lukratives Geschäft. Für die Anleger oftmals nicht. Eine Tatsache, dass diese Anlageform oftmals zur Altersvorsorge eingesetzt wurde, hinterlässt einen besonders faden Beigeschmack.

Geschlossene Beteiligungen erwiesen sich als sehr riskant

Als Mitunternehmer ihrer Gesellschaft müssen Anleger nämlich für Verluste bis zur Höhe ihrer Einlage haften. Wie sich dies anfühlt, mussten zahlreiche Investoren schmerzlich erfahren. So meldeten ab 2012 diverse Schiffsfonds Insolvenz an, da die Containerschiffe infolge der Finanzkrise zu wenig zu transportieren hatten. Anleger waren geschockt, als sie sogar erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen mussten. Windkraft- und Solarfonds, welche zeitweise sehr populär waren und von den Banken und Sparkassen mit dem Argument „Nachhaltigkeit“ vertrieben wurden, blieben auch meist weit hinter den Erwartungen zurück. Die Initiatoren hatten Einnahmen viel zu optimistisch angesetzt. Darüber hinaus mussten Anleger lange bangen, ob die Finanzämter steuerliche Verluste entsprechend anerkennen. 

Regeln wurden deutlich verschärft und die Transparenz erhöht

Wegen der zahlreichen Skandale hat der Gesetzgeber Anbieter von geschlossenen Fonds seit Mitte 2013 strengeren Regeln unterworfen. Das neue Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) schützt den Anleger und verpflichtet Emissionshäuser, sich bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) registrieren zu lassen. Zudem müssen sie eine Reihe von Bedingungen erfüllen, bevor die Fondsanteile an Anleger vertrieben werden dürfen.

Geschlossene Beteiligungen am Zweitmarkt zu Geld machen 

Wer früher einen geschlossenen Fonds verkaufen wollte, litt unter der Intransparenz und Illiquidität des Zweitmarkts. Eine einheitliche Börse für Beteiligungen existierte damals nicht. Seither hat sich viel getan und zwar im positiven Sinne. So hat der Marktführer in diesem Segment, die Deutsche Zweitmarkt AG, einen Handelsplatz für „gebrauchte Beteiligungen“ auf den Markt gebracht. Auf dem Handelsportal sind alle aktuellen Kurse und umfassende Handelsinformationen für Kunden jederzeit verfügbar. Unter Berücksichtigung des jeweils höchsten Kaufgebots und des niedrigsten Verkaufsangebots werden faire Preise für Kunden ermittelt. Die Deutsche Zweitmarkt AG berichtet in ihrer Marktanalyse für das 1. Quartal 2019 von einer regen Handelstätigkeit zum Start ins neue Jahr. Immobilienfonds sind nach wie vor die meist gehandelte Assetklasse. Die Zahl der gehandelten Beteiligungen stieg um mehr als 13 Prozent auf 2.008. Rückläufig war hingegen das gehandelte Nominalkapital, als auch die bezahlten Kaufpreise. Das am Zweitmarkt gehandelte Nominalkapital sank im Vergleich zum letzten Quartal 2018 leicht um 3,9 Prozent auf 69,58 Millionen Euro
Privatanleger, welche noch in Besitz von geschlossenen Beteiligungen sind, können sich bei der GVS Investments erkundigen, ob diese am Zweitmarkt gehandelt werden und welcher Verkaufskurs aktuell zu realisieren wäre.